Lapinporokoira

Lappländischer Rentierhund

Der Lapinporokoira

Der Lappländische Rentierhund und der Finnische Lapphund haben gemeinsame Wurzeln als Hütehunde der Samis in den nördlichen Teilen Skandinaviens. Obwohl schwedische und finnische Hundefreunde in den 1930er Jahren begannen, Informationen über den Typ zu sammeln, gingen die meisten Hunde durch den Zweiten Weltkrieg verloren. Nach dem Krieg begann man, in Zusammenarbeit mit dem Finnischen Rentierzuchtverband, die Zucht der Rentierhunde wieder aufzunehmen. In den 1960er Jahren wurden die verschiedenen finnischen Zwingerverbände vereinheitlicht. Im Jahr 1966 wurden die Rassen dann neu bewertet. Daraus ergab sich die Definition von zwei Rassen, der kurzhaarige Hundtyp erhielt 1967 als
Lapinporokoira einen eigenen Standard. 

(Das Bild zeigt Samis mit Rentieren während der Frühlingswanderung zwischen 1913-1925)


In Finnland ist das Register des Lapinporokoira offen, so das noch immer Hunde ohne offizielle Abstammung in die Rasse aufgenommen werden können. Die Zucht von neu registrierten Hunden unterliegt in Finnland den Bestimmungen des PEVISA-Programms. PEVISA ist die finnische Abkürzung für "perinnöllisten vikojen ja sairauksien vastustamisohjelma", ein Programm zur Bekämpfung von genetischen Defekten und Krankheiten.

Der Lappländische Rentierhund ist eher ein seltener Vertreter unter den Lapphund. Auch in seinem Ursprungsland Finnland zählt er mit ca. 250 Welpen im Jahr, eher zu den weniger verbreiteten Rassen. Im deutschsprachigen Raum ist die Rasse noch weitestgehend unbekannt. Während es seit 2008 eine sehr erfolgreiche Zucht in Österreich gibt, mußten man weitere 10 Jahre warten bis nun 2018 auch in Deutschland wieder ein Wurf Lapinporokoira fiel.


Erscheinung:
Der Lapinporokoira hat nur wenig Ähnlichkeiten mit den arktischen Spitzen. Der Lapinporokoira ist ein trabender Hütehund, ähnlich wie der Belgische Schäferhund, er ist länger als hoch, stark und deutlich gewinkelt mit mittellangem Haar. Das dicke und drahtige doppelte Haarkleid schützt ihn wirksam vor Kälte und Feuchtigkeit. Seine Rute trägt er, im Gegensatz zu den arktischen Spitzen, auch in der Bewegung nicht über dem Rücken. Die Widerristhöhe sollte bei bei Rüden zwischen 48 bis 54 cm, bei Hündinnen zwischen 43 und 49 cm liegen. Die zulässigen Farben sind braun, grau und schwarz in verschiedenen Farbtönen, sowie black & tan oder braun & tan. Weiße Abzeichen am Hals, Brust und Läufen sind erlaubt.


(Foto: Julia Witibschlager -  Nuortariikas) 


Eigenschaft und Verwendung:

Die selbstbewussten und wesensfeste Hunde sind bei guter und konsequenter Erziehung treue und gutmütige Familienmitglieder. Anders als z.B. Border Collies, die mit ihrem Blick die Herde treiben, treiben Lapinporokoira durch bellen. Was sich auch bei anderen Aktivitäten zeigt. Seine gute Interaktionsfähigkeiten mit Menschen ist typisch für Hütehunde. Die einfühlsamen Hunde nehmen gerne Blickkontakt mit ihren Besitzern auf und erkennen die Stimmungen der Menschen mit beeindruckender Leichtigkeit. Lapinporokoira bewachen ihr Territorium, entsprechend werden Veränderungen angezeigt. Sie sind sehr treu zu ihren Familien und anderen nahestehenden Personen. Fremden gegenüber zeigt sich der Lappländische Rentierhund eher zurückhaltend. 


(Foto: Olof T Johanssons)  

Mit etwas Geduld findet man im Lapinporokoira einen sehr gelehriger Hund der es liebt zu gehorchen und zu Arbeiten. Die bewegungsfreudigen Hütehunde sind nicht als reine Sofahunde geeignet, sondern wollen ausreichend beschäftigt werden
Seine Ausdauer und Lebendigkeit macht ihn nach wie vor zu einem guten Hütehund, noch heute werden sie in Lappland als Arbeitshunde eingesetzt. Auch in Obedience, in den unterschiedlichsten Hundesportarten und als Rettungshund haben sich Lapinporokira besonders hervorgetan.

 

 

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